Generationen halten das Geschäft am Laufen
Höllviken
Bo & Leva
Engagera & etablera
Ein ruhiger Nachmittagsverkehr rollt über die Falsterbovägen, als wir vor Höllviken Cykel parken. Doch hinter den Türen des Geschäfts herrscht ein ganz anderes Tempo. Kunden kommen und gehen, das Telefon klingelt, und Fahrräder warten in der Werkstatt auf ihren Service.
Wir haben einen Termin um 13 Uhr, doch als wir eintreten, stehen wir mitten im geschäftigen Alltag.
Text
Maurits Larenas
Foto
Martina Pernfors Ström

Während wir warten und versuchen, Aufmerksamkeit zu bekommen, gewinnen wir einen ersten Eindruck von dem lokalen Fahrradladen, der über Generationen hinweg zu einem natürlichen Treffpunkt für Fahrradbegeisterte auf der Falsterbo-Halbinsel geworden ist – und weit darüber hinaus.
Das Geschäft ist großzügig, und überall stehen Fahrräder in verschiedenen Farben, Marken und Modellen. Sie sind sorgfältig angeordnet – von einfachen Dreigangrädern bis hin zu hochpreisigen Rennrädern, mit allem dazwischen.
Für Ungeübte wirkt es zunächst vor allem eines: wie ein Meer aus Fahrrädern, dicht an dicht aufgestellt, das den Raum von Wand zu Wand füllt – lebendig und voller Charme.
In einem Raum hinter dem Tresen steht Jon Persson über ein Fahrrad gebeugt. Er ist mitten in der Arbeit, als er uns sieht und ruft, dass er gleich bei uns ist.
Im Laden helfen die Mitarbeitenden weiter Kunden, beantworten Fragen und bewegen sich routiniert zwischen den Fahrradreihen. Später stellt sich heraus, dass es Jons Söhne sind – die vierte Generation im Unternehmen.
„Hej und willkommen“, sagt Jon Persson, als er herauskommt und uns die Hand reicht – fest, leicht ölverschmiert – und sich gleichzeitig für seine schmutzigen Hände entschuldigt.
Als immer mehr Menschen hierherzogen, wurde die Saison allmählich länger.

Leo Schmidt berättar om allt arbete i verkstaden

Milo Schmidt har arbetat i butiken i ungefär tre år
Höllviken Cykel gibt es seit den 1930er-Jahren. Damals war es ein Sommergeschäft, untergebracht in dem Gebäude, in dem sich heute Peters Pub in derselben Straße befindet. Neben Fahrrädern wurden auch zahlreiche Sportartikel verkauft – von Tennis und Fußball bis hin zu Tischtennis und Schlittschuhen.
1962 nahm das Geschäft eine neue Richtung und legte den Grundstein für das heutige, ganzjährig geöffnete Fahrradgeschäft. Das Sportsortiment blieb noch lange bestehen, wurde aber nach und nach zugunsten eines klaren Fokus auf Fahrräder eingestellt.
Jons Großvater Olle Persson übernahm das Geschäft 1962. Später führte sein Sohn Krister Persson es rund 43 Jahre lang, bevor Jon selbst als Inhaber und Geschäftsleiter einstieg.
Seitdem ist das Geschäft ein fester Bestandteil eines Ortes, der sich sonst stark verändert hat.
„Früher waren die Winter hart, und das Geschäft lebte vor allem vom Sommer. Doch je mehr Ferienhäuser zu dauerhaften Wohnsitzen wurden, desto mehr Menschen sind hierhergezogen – und die Saison hat sich verlängert“, sagt Jon Persson.
Radfahren ist für die meisten noch immer eine saisonale Aktivität. Doch heute herrscht im Geschäft von April bis September reger Betrieb. Das ist einer der Gründe, warum das Unternehmen über die Jahre stabil geblieben ist.
Ein weiterer sind die vielen Stammkunden und die starke Präsenz im Alltag. Neben dem Verkauf bietet Höllviken Cykel auch Serviceleistungen und eine voll ausgestattete Werkstatt – etwas, das viele Kunden immer wieder zurückkehren lässt.
„Wir bieten sowohl Service als auch ein breites Sortiment. Und was die Auswahl betrifft, haben wir viele Fahrräder auf Lager – die meisten finden hier das passende Modell“, sagt Jon Persson.
Unsere Frage ist direkt – vielleicht nicht besonders feinfühlig: Wie behauptet sich das Geschäft gegenüber großen Ketten und dem stetig wachsenden Onlinehandel?
Jon bleibt gelassen. Nähe und persönlicher Kontakt seien entscheidend beim Fahrradkauf, erklärt er. Außerdem sei es ein klarer Vorteil, verschiedene Modelle ausprobieren zu können, bevor man sich entscheidet. Und natürlich, fügt er hinzu, sei Höllviken Cykel auch online vertreten.
Am besten verkauft sich weiterhin das klassische Standardfahrrad – ein Dreigangmodell für Damen und Herren. E-Bikes haben natürlich stark an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt, weil viele Kunden damit auf kurzen Strecken auf das Auto verzichten möchten.
Der große E-Bike-Boom kam 2018, als eine Förderung 25 Prozent Rabatt – bis zu 10.000 Kronen – ermöglichte. Das war im Geschäft deutlich zu spüren.
Heute machen E-Bikes etwa 20 Prozent des Gesamtverkaufs aus – ein Anteil, der laut Höllviken Cykel gut der Realität entspricht.
„Ein anderer Boom war um 2010, als plötzlich alle auf der Landstraße fahren wollten – und ein Rennrad besitzen mussten“, sagt Jon Persson lächelnd.
Der jüngste Aufschwung kam während der Pandemie, als viele das Fahrrad dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln vorzogen. Danach hat das Interesse wieder etwas nachgelassen.
Im Laden herrscht ständig Bewegung. Während ein Kunde nur kurz hereinkommt, um „das günstigste Fahrradschloss“ zu kaufen, nehmen sich andere Zeit, verschiedene Modelle auszuprobieren.
Die Atmosphäre ist familiär und entspannt – trotz des ständigen Trubels.
In der Werkstatt steht Kalle Liljegren. Er arbeitet seit über zwölf Jahren im Geschäft und in der Werkstatt und schraubt an Fahrrädern, so lange er denken kann. Man sagt: Wenn er es nicht reparieren kann, kann es niemand.
Schließlich kommt der älteste von Jons Söhnen zu uns. Leo Schmidt arbeitet seit über fünf Jahren Vollzeit im Geschäft und blickt mit großer Freude auf seine Kindheit zurück.
Es war ein selbstverständlicher Ort, um vorbeizuschauen, vor der Schule zu frühstücken oder beim Schmücken zu Weihnachten zu helfen.
„Und natürlich war es auch nicht schlecht, sich hier ab und zu ein Fahrrad holen zu können, wenn man eines brauchte“, sagt er.
Leo und sein jüngerer Bruder Milo arbeiten beide Vollzeit im Geschäft, und bald wird auch der jüngste Bruder, Liam, dazukommen. Wie die Zukunft genau aussieht, lässt sich schwer sagen.
Doch eines scheint sicher: Höllviken Cykel findet – Generation für Generation – immer den richtigen Gang.
